Internet-Krieg in Afrika: Die Abkopplung der US-China-Technologie

Neuer Artikel von Centre Fellow Emeka Umejei

Umejei, Emeka (2022). 'The Internet War in Africa', Africa in Fact, 62. Good Governance Africa, available at: https://gga.org/product/aif-issue-62/ (accessed 26 July 2022).

"Der Internet-Raum in Afrika war schon immer an die Fesseln ausländischer Mächte gebunden. Daher wird es als wichtig erachtet, dass die politischen Entscheider Afrikas eine kollektive Verhandlungsmacht entwickeln. In diesem Sinne müssen die afrikanischen Staats- und Regierungschefs sich selbst wiederentdecken und ein Afrika aufbauen, das unabhängig von ausländischen Interventionen ist."

Ein neuer Artikel von Dr. Emeka Umejei, Postdoc Fellow am Kolleg, befasst sich mit dem anhaltenden Konflikt zwischen den USA und China im Bereich der digitalen Technologie, wobei er sich auf die möglichen Folgen für den afrikanischen Kontinent konzentriert. Die geopolitischen Spannungen haben zu einer "Entkopplung" der Technologie in der Region geführt, was bedeutet, dass die einzelnen Regierungen ihren technologischen Bedarf in Bezug auf Internetverwaltung, -wartung und -infrastruktur oft entweder nach Westen oder nach Osten blicken müssen. Der Multistakeholder-Ansatz der USA steht sicherlich im Widerspruch zum Modell der Cyber-Souveränität Chinas, aber was können afrikanische Regierungen tun, um ein sicheres und zuverlässiges Internet für ihre Länder zu schaffen? Dr. Umejeis Artikel stützt sich auf empirische Untersuchungen mit einer Vielzahl von Akteuren. Seine Argumentation legt nahe, dass die Herausforderung des entkoppelten Internets auch eine Chance für die Staats- und Regierungschefs darstellt, ihre eigene digitale Souveränität zu behaupten und ihre Abhängigkeit von ausländischen Mächten zu verringern.

Die Themen dieses Artikels wurden neulich  in einem Workshop am Kolleg mit dem Titel "US-China Technology Decoupling and the Future of the Internet in Africa" vertieft, der von Dr. Umejei mitorganisiert und geleitet wurde. Der Workshop lud internationale Wissenschaftler*innen ein, sich zu möglichen Ergebnissen zu äußern, wobei die folgenden Leitfragen im Mittelpunkt standen:

  • Welche Auswirkungen hat die technologische Entkopplung zwischen den USA und China auf das Internet in Afrika?
  • Welche Auswirkungen hat Chinas Digitale Seidenstraße auf die Internetverwaltung in Afrika?
  • Wird die technologische Entkopplung zwischen den USA und China zu einer Fragmentierung des Internets in Afrika führen?
  • Was sind die Folgen eines zweigeteilten Internets in Afrika - Internetabschaltungen, eine chinesische Version des Internets, ein afrikazentrisches Internet oder ein von den USA geführtes Internet, Cybersouveränität versus Multistakeholder-Modell der Internetverwaltung?
  • Welche Auswirkungen hat die technologische Entkopplung zwischen den USA und China auf die Normen der Internetverwaltung in Afrika?
  • Welche Auswirkungen hat die technologische Entkopplung zwischen den USA und China auf die Informationsfreiheit und den politischen Pluralismus in Afrika?
  • Welche Rolle spielen die lokalen Gesetze bei der Vermittlung der Geopolitik des Internets in Afrika?
  • Welche Rolle spielen Ethnizität/Religion/Kultur bei der Vermittlung der Geopolitik des Internets in Afrika?

 

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    Ursprünglich veröffentlicht von Good Governance Africa in Ausgabe Nr. 62 seiner ZeitschriftAfrica in Fact (Juli-September 2022).

    Umejei, Emeka (2022). 'The Internet War in Africa', Africa in Fact, 62. Good Governance Africa, available at: https://gga.org/product/aif-issue-62/ (accessed 26 July 2022).

    Dr. Emeka Umejei forscht von September 2021 bis August 2022 als Postdoc Research Fellow in der Forschungsgruppe „Global cooperation and diverse conceptions of world order“.