Best Paper Award für Freistein, Gadinger, Unrau

Der Best-Paper-Award einer renommierten deutschen Fachzeitschrift ging an Katja Freistein, Frank Gadinger, Christine Unrau - allesamt Forschungsgruppenleiter am Centre for Global Cooperation Research. Ihr soeben in der ZIB Zeitschrift für Internationale Beziehungen erschienener Artikel nimmt Globalisierungsnarrative rechtspopulistischer Bewegungen genauer unter die Lupe und markiert den jüngsten Output eines Forschungsprojekts, das sich am Kolleg über die Jahre entwickelt hat und mittlerweile durch verschiedene Forschungsfelder läuft.

Freistein, Gadinger und Unrau fragen aus einer Perspektive der Internationalen Beziehungen, welche Rolle die Antiglobalisierung für diese Gruppen spielt. Ihr Ansatz fügt der IR-Forschung jedoch eine neue Perspektive hinzu. Mit interpretativen Methoden der Narrativ-, Bild- und Metaphernanalyse wollen sie einen Beitrag zum 'performative turn' in der Populismusforschung leisten. Dieser Ansatz interessiert sich für bühnenartige Konfigurationen des politischen Raums und will verstehen, wie Akteure diesen Raum in Geschichten und Metaphern gestalten und definieren. Sie sehen Metaphern als Eingangspunkte zu breiteren Erzählungen und nehmen diese genauer unter die Lupe: das Haus und die Mauer. Sie stellen Strategien dar, die Innen/Außen-Dichotomien etablieren und dadurch emotionale Zustimmung erzeugen können - was, wie die Autor*innen interessanterweise hinzufügen, "auch Möglichkeiten des Widerstands gegen diese Ansprüche eröffnet".  Die Autor*innen gehen weiter und heben drei Dimensionen dieser Metaphern hervor, das 'Außen', das 'Innen' und den 'Vater des Hauses'. Die Perspektive eröffnet hier einen interdisziplinären Raum, da sich diese Konzepte und Strukturen auf einen großen Korpus an Literatur in den Sozialwissenschaften und in der Anthropologie beziehen.

Die Populismusforschung ist in zwei aktuellen Forschungsfeldern des Kollegs gut verankert, nämlich 'Legitimation und Delegitimation in der globalen Kooperation' und 'Globale Kooperation und unterschiedliche Konzeptionen von Weltordnung'. Eine bevorstehende Konferenz zum Thema 'Re-Imagining the Past' beinhaltet auch Beiträge, die fragen, wie Rechtspopulisten die mehr oder weniger glorreiche Vergangenheit im Hinblick auf aktuelle Zwecke erzählen. "Remembrance between Retrieval and Retro-projection".