Between Anxiety and Hope: The Hidden Side of Global Intellectual Property Regulation

Die Regulierung des geistigen Eigentums (IPR) hat sich in den letzten Jahrzehnten weltweit ausgeweitet. Die Rechte des geistigen Eigentums wirken sich zunehmend auf andere Bereiche der öffentlichen Ordnung aus, etwa auf den Zugang zu Arzneimitteln, die Ernährungssicherheit und die Nutzung digitaler Inhalte. Weniger bekannt ist, wie sich die globalen Rechte des geistigen Eigentums auswirken, wenn Akteure, die auf den Errungenschaften anderer aufbauen, versuchen, neue Produkte zu entwickeln und sich kreativ zu betätigen. Ein kürzlich veröffentlichter Artikel von Sigrid Quack, Direktorin des Kollegs, mit Leonhard Dobusch, Konstantin Hondros und Katharina Zangerle, ‘Between Anxiety and Hope? How Actors Experience Regulatory Uncertainty in Creative Processes in Music and Pharma’, veröffentlicht in Research in the Sociology of Organizations, weist auf die bisher vernachlässigte Rolle von Emotionen im Umgang mit den Unsicherheiten bei der Anwendung von IPR hin. Diese Ergebnisse stellen die verborgene Seite globaler Rechte des geistigen Eigentums in den Vordergrund, die bei der Bewertung ihrer ermöglichenden, aber auch einschränkenden Auswirkungen auf Kreativität und Innovation berücksichtigt werden sollte.


Abstract

In der heutigen wissensbasierten und kreativen Industrie ist die Unsicherheit in Bezug auf Regelungen zum geistigen Eigentum (IPR) weit verbreitet. Während frühere Literatur darauf hinweist, dass regulatorische Unsicherheit kreative Prozesse beeinflusst, sind Studien, die systematisch die Auswirkungen von IPR auf die Erfahrungen der beteiligten Akteure in kreativen Prozessen über verschiedene Bereiche hinweg analysieren, selten. Wir gehen der Frage nach, wie die an kreativen Prozessen beteiligten professionellen Akteursgruppen, darunter Urheber, Juristen und Manager, die regulatorische Unsicherheit in den Bereichen Musik und Pharma erleben. Durch die Untersuchung von Praktiken des Umgangs mit, der Umgehung und der Vermeidung von regulatorischer Unsicherheit in Bezug auf geistige Eigentumsrechte zeigen wir, wie kreative Prozesse sowohl im Musik- als auch im Pharmasektor mit emotional-kognitiven Erfahrungen wie Angst, Gleichgültigkeit und Hoffnung verbunden sind, die je nach Berufsgruppe variieren. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Manager und Juristen Emotionen beobachten, offenlegen und kultivieren, indem sie anderen Akteursgruppen Erfahrungen zuschreiben. Wir kommen zu dem Schluss, dass der Vergleich regulierungsbezogener Emotionen der beteiligten Akteure in verschiedenen Bereichen zu einem tieferen Verständnis der Dynamik kreativer Prozesse beiträgt.


Dobusch, Leonhard, Hondros, Konstantin, Quack, Sigrid und Zangerle, Katharina (2021). ‘Between Anxiety and Hope? How Actors Experience Regulatory Uncertainty in Creative Processes in Music and Pharma’ in 'Organizing Creativity in the Innovation Journey', Research in the Sociology of Organizations, Volume 75, Emerald Publishing, 137-160. doi:10.1108/S0733-558X20210000075012

Hinweis:Dieser Artikel ist anscheinend verfügbar auf dobusch.net.