Out of Control? How Concepts and Practices Circulate across Boundaries

4. Jahreskonferenz

Gemeinsam mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) und in Kooperation mit dem Profilschwerpunkt Wandel von Gegenwartsgesellschaften (Universität Duisburg-Essen) bittet das Kolleg um die Einreichung von Abstracts für die gemeinsame Jahrestagung, die von Donnerstag, 27. Oktober bis Freitag, 28. Oktober 2022 im Gerhard Mercator Haus, Duisburg, stattfinden wird. Um einen Konferenzbeitrag vorzuschlagen, füllen Sie bitte das Einreichungsformular am Ende dieser Seite aus.

Zur Konzeption

Konzepte und Praktiken sind entscheidend dafür, wie wir über die Welt denken und wie wir in ihr handeln. Sie bieten Orientierung, leiten Erwartungen und bilden die Grundlage für Kommunikation und soziale Koordination. In einer zunehmend komplexen Welt sind der grenzüberschreitende Transfer, die Verbreitung und die Zirkulation von Konzepten und Praktiken sowohl für die globale Zusammenarbeit als auch für die wissenschaftliche Kommunikation unerlässlich. Doch Konzepte bedeuten nicht für jeden das Gleiche. Die Art und Weise, wie Dinge getan werden, wird nicht unbedingt über die Grenzen von Gesellschaftsbereichen, Nationalstaaten oder regionalen Einheiten hinweg geteilt. Trotz der damit verbundenen Schwierigkeiten gehen Forscher*innen und Praktiker oft davon aus, dass ein direkter Politiktransfer über Weltregionen oder Sektoren hinweg möglich ist, oder dass ein projizierter Wissenstransfer von der akademischen in die politische oder öffentliche Sphäre möglich ist. Was aber passiert, wenn die Zirkulation von Konzepten und Praktiken "außer Kontrolle" gerät - wenn sie durch Aneignung und Übersetzung ein Eigenleben entwickeln oder die Zirkulation auf Hindernisse stößt, die sie gänzlich unterbrechen?

Diese Prozesse können auch mit der Untersuchung von Weltordnungskonzepten und globaler Politik in Verbindung gebracht werden. Beispiele hierfür sind die Versuche westlicher, chinesischer und russischer Akteure, ihre eigenen Weltordnungsvorstellungen zu verbreiten und zu legitimieren. Oder, in jüngerer Zeit, im Ukraine-Krieg, eine begrenzte Konzeption der imperialen Weltordnung, die westlichen Konzepten der liberalen internationalen Ordnung gegenübersteht, während sie sich gleichzeitig einige ihrer Elemente aneignet (und diese missbraucht?). Im Bereich der wissenschaftlichen Kommunikationsforschung wird zunehmend darauf geachtet, zu verstehen, wie und warum Versuche, akademisches Wissen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, auf Ablehnung stoßen, während wissenschaftliche Praktiken (miss-)gebraucht werden, um Pseudowissen zu produzieren. Die Übersetzung komplexer wissenschaftlicher Konzepte und Praktiken in populäre Begriffe kann auch zu Dissonanzen führen, die Wissenschaftler*innen von den Zielen des Transfers und der Verbreitung entfremden.

Die 4. Jahreskonferenz des KHK/Centre for Global Cooperation Research (KHK/GCR21) möchte diese Fragen aufgreifen, indem sie Forscher aus den Bereichen der globalen Zusammenarbeit und der Wissenschaftskommunikation in einen fruchtbaren interdisziplinären Dialog bringt. Mögliche Themen für Präsentationen, Panels und runde Tische sind unter anderem:
 

  • Multidirektionale Reise von Konzepten und Praktiken
  • Neue Herausforderungen für Übersetzer*innen
  • Konsonante und dissonante Zirkulation
  • Widersprüchliche Verbreitung
  • Bumerang-Kreislauf 

 

Call for Papers and Panels

Die Konferenz begrüßt Beiträge aus verschiedenen geistes-, sozial- und rechtswissenschaftlichen Disziplinen sowie aus unterschiedlichen theoretischen, historischen und landeskundlichen Perspektiven. Die Beiträge können unterschiedliche Formen annehmen, darunter Forschungspapiere, kurze Denkanstöße, Memos zu spezifischen methodischen Aspekten und Vorschläge für runde Tische oder Panels.

Einsendeschluss für Einreichungen ist der 31. August 2022.

Das Centre for Global Cooperation Research ist eine interdisziplinäre und internationale Lerngemeinschaft, die das Verständnis für die Möglichkeiten und Grenzen globaler Kooperation verbessern und neue Optionen für eine globale Politik erkunden will. Das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI) ist eine interdisziplinäre, hochschulübergreifende Einrichtung zwischen der Ruhr-Universität Bochum, der Technischen Universität Dortmund und der Universität Duisburg-Essen (UDE) mit den Schwerpunkten Kulturwissenschaft und Wissenschaftskommunikation sowie Kultur- und Literatursoziologie. Der Forschungsschwerpunkt Transformation von Gegenwartsgesellschaften ist einer der fünf interdisziplinären fakultätsübergreifenden Forschungsschwerpunkte der UDE.


Submission Form

4th Annual Conference: Out of Control?
How Concepts and Practices Circulate across Boundaries

Deadline for submissions: 31st August 2022

Upload abstract, 250 words max. (docx, pdf, or odt files only)

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