KHK begrüßt neue Fellows im September

Das Käte Hamburger Kolleg / Centre for Global Cooperation Research freut sich, vier neue Fellows begrüßen zu dürfen. Vom 1. September 2021 bis zum 31. August 2022 werden Dr. Layla Brown, Dr. Emeka Umejei, Prof. Dr. Nicole Doerr und Dr. David Shim ihre vielfältigen Erfahrungen und Forschungsprojekte in die Forschungsgruppen Global cooperation and diverse conceptions of world order sowie Legitimation and delegitimation in global cooperation einbringen. Wir freuen uns darauf, durch fruchtbare Zusammenarbeit und interdisziplinäres Engagement bei den vielfältigen Forschungsinteressen des Zentrums voneinander zu lernen. Im Folgenden werden diese neuen Stipendiaten und ihre Projekte am Zentrum kurz vorgestellt.

 

Dr. Layla Brown

Forschungszeitraum: 1. September 2021 - 31. August 2022
Forschungsgruppe: Global Cooperation and Diverse Conceptions of World Order 
Projekttitel: Rückkehr zur Quelle: Die Dialektik der panafrikanischen Befreiung im 21.

 

Dr. Brown ist eine interdisziplinäre panafrikanische feministische Wissenschaftlerin/Aktivistin mit einer Ausbildung als Kulturanthropologin, die sich für das Leben, die Befreiung und die Würde aller Völker einsetzt, insbesondere der ehemals kolonisierten/versklavten Völker afrikanischer Abstammung. Ihre akademische Tätigkeit beinhaltet eine Überprüfung der vorherrschenden Konzepte der Weltordnung, insbesondere derjenigen, die Wirtschaftssysteme fördern, die auf Ausbeutung und Entwertung des Lebens beruhen, wie z. B. der Rassenkapitalismus. Derzeit ist Dr. Brown Stipendiatin am Johannesburg Institute for Advanced Study und hat außerdem eine Vollzeitstelle als Assistenzprofessorin für Africana Studies an der University of Massachusetts in Boston inne.

Dr. Browns Buchprojekt Return to the Source (Rückkehr zur Quelle) leitet seine Methodik aus der Praxis der Kulturanthropologie ab: The Dialectics of 21st Century Pan-African Liberation (Die Dialektik der panafrikanischen Befreiung des 21. Jahrhunderts) nutzt ebenfalls die (Auto-)Ethnographie, um durch die Beobachtung zeitgenössischer Bewegungen für die Selbstbestimmung der Schwarzen bestehende alternative Konzepte der Weltordnung kritisch zu untersuchen. Ihre Forschung am Kolleg wird an dieses Projekt anknüpfen und soll wertvolle Erkenntnisse aus der Zusammenarbeit mit dem Forscherteam des Kollegs sowie mit einer breiteren, interdisziplinären Forschungsgemeinschaft aus der ganzen Welt gewinnen.

Dr. Brown bringt auch eine persönliche Geschichte des Engagements für soziale Gerechtigkeit mit, die ihren Ansatz und ihr Verständnis für die fortbestehenden Verbindungen zwischen panafrikanischen Ideologien und zeitgenössischen schwarzen sozialen Bewegungen in ganz Amerika geprägt hat. Sie hatte die Gelegenheit, mit jungen Menschen mit unterschiedlichem sozioökonomischem Hintergrund, Weltanschauungen und kulturellen Erfahrungen zu arbeiten, und hat zahlreiche Vorlesungen über Africana Studies gehalten, darunter auch über Themen im Zusammenhang mit Rasse, Geschlecht und Ungleichheit in verschiedenen Bevölkerungsgruppen.

 


Dr. Emeka Umejei

Forschungszeitraum: 1. September 2021 - 31. August 2022
Forschungsgruppe: Global Cooperation and Diverse Conceptions of World Order
Projekttitel: US-China Entkopplung: Zusammenprall zweier 'Internets' in Afrika

 

Dr. Umejei hat akademische Forschung in den Bereichen politische Kommunikation, globale Medien, China sowie die Zukunft des Internets in Afrika, digitalen Journalismus, Desinformation und Fehlinformation in Afrika und die Rolle der Medien in Konflikten betrieben. In seiner Dissertation untersuchte er den Einfluss chinesischer Medien auf die journalistische Professionalisierung afrikanischer Journalisten im Rahmen des journalistischen Rollenverständnisses und des Rollenverhaltens. Die Ergebnisse dieses Projekts legen nahe, dass die Expansion chinesischer Medien in Afrika zu einer hybriden Form der journalistischen Professionalisierung führen wird, bei der westliche und chinesische journalistische Traditionen auf dem Kontinent nebeneinander bestehen.

Dr. Umejei, der sowohl an der University of the Witwatersrand in Johannesburg, Südafrika, als auch an der American University of Nigeria in Yola, Adamawa State, Nigeria, unterrichtet hat, bringt ein differenziertes Verständnis von Medienökonomie, Fachberichterstattung, Dynamik sozialer Medien, Friedensjournalismus und Online-/Digitalberichterstattung ans Kolleg. 

Sein Projekt am Kolleg, US-China Decoupling: Clash of Two 'Internets' in Africa" wird die Spannungen zwischen den USA und China im Bereich der Technologie als eines der größten geopolitischen Risiken des Jahres 2020 analysieren und insbesondere die Auswirkungen der Aufspaltung des Internets in Afrika in eine US-amerikanische und eine chinesische Version für die Länder auf beiden Seiten der Kluft untersuchen. In der Studie wird argumentiert, dass die Rivalität zwischen den USA und China im Bereich der Technologie verschiedene Konsequenzen für die Informationsfreiheit hat.

 

Prof. Dr. Nicole Doerr

Forschungszeitraum: 1. September 2021 - 31. August 2022
Forschungsgruppe: Global Cooperation and Diverse Conceptions of World Order
Projekttitel: Rechtsextreme visuelle Narrative und transnationale digitale Plattformen: Die Anfechtung der Legitimität des liberal-demokratischen Diskurses und der Regierung

 

Prof. Dr. Doerrs Forschungsschwerpunkte sind visuelle digitale Politik, politische Mobilisierung durch Storytelling/Narratives in transnationalen sozialen Bewegungen, Globalisierung, Migration und Demokratie. Als EU-Marie-Curie-Postdoc-Stipendiatin am Fachbereich Soziologie der University of California Irvine spezialisierte sie sich auf narrative Ansätze in der Bewegungsforschung. Diese Forschung verband das Verständnis nordamerikanischer kultursoziologischer Ansätze und narrativer Migrationsstudien mit kritischen Theorien über transnationale Öffentlichkeiten, Demokratie und politische Mobilisierung.

Nach ihrer Berufung auf eine Professur am Fachbereich Soziologie der Universität Kopenhagen gründete Prof. Dr. Doerr das Forschungszentrum "CoMMonS" für bürgerschaftliches Engagement und soziale Bewegungen. Im Rahmen von CoMMonS, dem 35 Forscher angehören, hat sie dazu beigetragen, ein Netzwerk für kritische Forschung zu Mobilisierung und Protest zu schaffen, wie z. B. das kürzlich durchgeführte Webinar "Social Movements in Times of Global Pandemic".

In Zusammenarbeit mit der vielfältigen Forschungsgemeinschaft des Kollegs schlägt Prof. Dr. Doerr die Entwicklung kombinierter quasi-quantitativer und qualitativer Forschungsmethoden für die digitale Bild- und kritische Diskursanalyse der Medienpolitik rechtsextremer Gruppen und rechtspopulistischer Mobilisierungen vor und untersucht diese. Ihr Forschungsprojekt am Kolleg, Far-Right Visual Narratives and Transnational Digital Platforms: Contesting the Legitimacy of Liberal Democratic Discourse and Government" (Anfechtung der Legitimität des liberal-demokratischen Diskurses und der Regierung) zielt darauf ab, zu untersuchen, wie rechtsextreme Aktivisten transnational auf digitalen Plattformen zusammenarbeiten, indem sie visuelle Narrative und einwanderungsfeindliche Symbole austauschen, die die Legitimität des liberal-demokratischen Diskurses, der Regierungen und der Institutionen anfechten. Das Projekt will die Lücke in der systematischen Forschung über die Rolle visueller Technologien und gemeinsamer Vorstellungen von ethnonationalistischer Staatsbürgerschaft schließen, die eine stärkere Konvergenz, gemeinsame Symbolik und transnationale rechtsextreme Kollaborationen ermöglichen, die den liberalen demokratischen Diskurs weltweit delegitimieren.

 

Dr. David Shim

Forschungszeitraum: 1. September 2021 - 31. August 2022
Forschungsgruppe: Legitimation and Delegitimation in Global Cooperation
Projekttitel: Visuelle Narrative des Klimawandels - Erkundung des Climate Storytelling von Fridays for Future

 

Dr. Shim ist derzeit Senior Lecturer am Fachbereich für Internationale Beziehungen und Internationale Organisation der Universität Groningen, Niederlande. Seine Forschung hat zur Untersuchung der visuellen Politik im Bereich der internationalen Beziehungen beigetragen und befindet sich an der Schnittstelle zwischen der Erforschung der visuellen Dimension globaler Politik und der politischen Dimension des Visuellen. 

Unter dem Thema "Kritik, Rechtfertigung und Legitimität in der globalen Zusammenarbeit" möchte Dr. Shim seine Forschung erweitern und zum Profil des Kollegs beitragen, indem er die visuelle Politik der Legitimation transnationaler Umweltbewegungen, die gegen den Klimawandel kämpfen, durch die Linse von Medien wie Film, Fotografie und Satellitenbildern untersucht. Sein Projekt am Kolleg, Visual Narratives of Climate Change - Exploring Climate Storytelling of Fridays for Future, zielt darauf ab zu zeigen, wie visuelle Narrative zentral und produktiv für Legitimationsstrategien in der umstrittenen Politik des Klimawandels sind. Shim identifiziert die Fridays for Future-Bewegung als einen der bedeutendsten, aber noch zu wenig erforschten transnationalen Akteure im Kampf gegen den globalen Klimawandel und schlägt vor, sie zu analysieren, um unser Verständnis für die Erforschung des politischen Geschichtenerzählens zu verbessern.

In enger Anlehnung an das Forschungsnetzwerk 'Visualität und Weltpolitik' des Kollegs werden Dr. Shims Beiträge das zunehmend nuancierte Verständnis der Macht und des Potenzials des Visuellen auf der globalen politischen Bühne sowohl erweitern als auch davon profitieren.