Neue Texte von Fellow Karolina Kluczewska

KHK Postdoc-Fellow Dr. Karolina Kluczewska hat kürzlich zwei nachdenklich stimmende Texte online veröffentlicht, in denen sie einigen ihrer wichtigsten Forschungsschwerpunkte am Kolleg nachgeht.

'The Fate of Unwanted Art: Poland’s Symbolic Dealing with the Communist Past’ wurde über das Centre for International Policy Studies (CIPS) veröffentlicht und stellt eine Reflexion dar, die Themen weiterentwickelt, die auf der Konferenz "Reimagining the Past" vorgeschlagen wurden, die gemeinsam vom CIPS und dem Centre for Global Cooperation Research organisiert wurde und im vergangenen Juni stattfand.

Der Artikel problematisiert den Umgang Polens mit öffentlichen Denkmälern aus der Sowjetzeit seit der Abkehr vom Sozialismus 1989. Zu Beginn fragt Kluczewska: "Wurden die Statuen erhalten oder entfernt? Wenn sie entfernt wurden, wann und wie? Was geschah mit ihnen, als sie abgenommen wurden?" Der Text stellt auch die Idee der "offiziellen Narrative" offen in Frage und zeigt auf, wie die Macht einer neu erfundenen Vergangenheit im öffentlichen Raum wirkt.

Kluczewska weist darauf hin, dass es in Polen keine öffentliche Debatte über die Beseitigung dieser Denkmäler gegeben hat, denn "die Verteidigung der Denkmäler wird als Rechtfertigung der Versklavung der Nation angesehen". Stattdessen wurden die Werke in aller Stille in Museen gebracht, wo sie als Teil einer ernsthaften Auseinandersetzung mit historischer Bildung dargestellt werden, während sie gleichzeitig das wiederholen, was sie als "martyrologische" Version einer neu erdachten Vergangenheit bezeichnet.

"How 9/11 Reshaped the International Development Scene in Central Asia" (Wie der 11. September die internationale Entwicklungsszene in Zentralasien veränderte), veröffentlicht auf der Website des 9/11 Legacies Project, ist eine Analyse der anhaltenden Herausforderungen, die der globale Krieg gegen den Terror für Zentralasien mit sich brachte. Kluczewska erklärt, dass das militärische Engagement in Afghanistan in hohem Maße von Stützpunkten in den Nachbarländern Usbekistan, Kirgisistan, Tadschikistan und Kasachstan abhing, von denen aus die USA und die NATO ihre Interventionsbemühungen koordinieren konnten.

Kluczewska, die sich in ihre Forschung schwerpunktmäßig mit Tadschikistan befasst, stellt fest, dass die internationale Entwicklungshilfe allein in diesem Land in den ersten Kriegsjahren um 100 % gestiegen ist. Die Entwicklungshilfe darf jedoch nicht als universelles Gut verstanden werden. Stattdessen ist es wichtig, die Auswirkungen der Entwicklung mit einem breiteren Blickwinkel zu problematisieren. In der Tat sind viele Mittel in die Region geflossen, doch ihr Einsatz ging oft an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen vor Ort vorbei. Die Vorstellungen der internationalen Geber stimmen daher in keiner Weise mit den tatsächlichen Auswirkungen auf die "existenzielle Unsicherheit vieler sozialer Gruppen" in der Region überein.