Dr. Stefan Groth

Alumni Postdoc Fellow

Forschungsprojekt am Kolleg

Kultur als Ressource und Diplomatie: zwischen Geopolitik und themenorientierter Politik

In den letzten Jahrzenten gab es eine stetige Steigerung internationaler Verhandlungen zu Kultur als Ressource, die die Arten und Möglichkeiten der Kooperation in der Diplomatie verändert hat. Sowohl Staaten als auch zivilgesellschaftliche Organisationen und indigene Gruppen haben deutliche Anstrengungen unternommen, ihre Strategien an diese Verschiebung hin zu einer Wahrnehmung von Kultur als Ressource anzupassen. Sie hat, sowohl in Bezug auf Strategie als auch auf Inhalt, in internationalen Verhandlungen deutlich an Bedeutung gewonnen und beinflusst so die Modalitäten globaler Kooperation. Als ein anderes Konzept neben anderen Faktoren der Geopolitik schafft Kultur als diplomatische Ressource Möglichkeiten, neue Zusammenarbeit in internationalen und bilateralen Beziehungen aufzubauen. Sie hat das Potential, themenorientierte Politik zu ermöglichen anstatt geopolitische Dichotomien zu reproduzieren, z.B. zwischen dem Globalen Norden und dem Globalen Süden. Dies schließt auch die partielle Kulturalisierung diplomatischer Diskurse ein, die kommunikative Rahmungen von Themen als spezifisch kulturell und verschieden von anderen Themen fördert und voraussetzt. Dies schließt auch die Erklärung normativer Standpunkte gegenüber kulturellen Ressourcen ein.

Indem es performative und linguistisch-pragmatische Dimensionen internationaler Verhandlungen zusätzlich zu strukturellen Aspekten berücksichtigt, will das Projekt den Einfluss, den Kultur als Ressource im diplomatischen Kontext hat, verstehen. Es wird die kommunikativen Rahmungen von Strategien und Positionen in Verhandlungen über kulturelle Ressourcen betrachten und Situationen analysieren, in denen sie es schaffen, konventionelle diplomatische Trennlinien zu überschreiten, um zu einer themenorientierten Kooperation zwischen Staaten und der zivilgesellschaftlichen Organisationen zu gelangen. Es fragt nach den Wegen, über die kulturelle Ressourcen als Teil diplomatischer Verfahrensweisen und Themen formuliert werden. Das Ziel des Projektes ist es, die Prozesse der Konstruktion, Verhandlung, Definition und Legitimierung von Positionen zu kulturellen Ressourcen transparent zu machen, und zwar auf einem strukturellen und diskursiven Niveau.

Fellowship

Juni 2014 – Mai 2015