Prof. Dr. Ina Kerner

Alumni Fellow

Forschungsprojekt am Kolleg

Fragen der Differenz in einer postkolonialen Welt: Spuren, Herausforderungen und Möglichkeiten

Europäischer Kolonialismus und westlicher Imperialismus haben der Welt, wie wir sie heute kennen, deutlich ihre Spuren aufgedrückt. Diese Spuren finden sich im ökonomischen und sozialen Bereich über nationale Grenzen hinweg bis hin zu politischen Institutionen und politischer Kultur; von Religion bis hin zu Normen, Ethik, und Auffassungen von Normalität; von Diskurs über Repräsentationen bis hin zu den Künsten, und von Identität bis hin zur Demographie. Man muss nicht extra betonen, dass sie wahrscheinlich sowohl Herausforderungen als auch Möglichkeiten in Bezug auf Gleichheit, Demokratie und auch Debatten oder die Legitimität westlichen Denkens und Herrschaft prägen.

Vor diesem Hintergrund verfolgt und reflektiert das Projekt "Fragen der Differenz in einer postkolonialen Welt" einige der Spuren, die der europäische Kolonialismus und westlicher Imperialismus auf den Möglichkeiten globaler Kooperation hinterlassen haben. Es konzentriert sich auf die Nach- und Langzeitwirkungen kolonialer Herrschaft, besonders auf die Auswirkungen und Re-Aktualisierungen seiner Haupt-Legitimierungswerkzeuge, als da wären (gegendertes) Rassendenken/Rassismus und Vorstellung europäischer und westlicher Überlegenheit. Solche Diskurse wurden lange benutzt, um Ungerechtigkeiten und Exklusion zu rechtfertigen und zu organisieren. Das vorliegende Projekt beruht auf der Annahme, dass das Nachleben dieser beiden Diskurse und der sozialen und politischen Strukturen, die sie mitetabliert haben, eine negative Auswirkung sowohl auf die Bereitschaft von Akteuren haben kann, ernsthaft über koloniale Differenzlinien hinaus zusammenzuarbeiten, als auch auf das gegenseitige Vertrauen das für jede Art von Kooperation nötig scheint. Um Licht auf die Möglichkeit solcher negativer Auswirkungen zu werfen und über Wege nachzudenken, sie zu überwinden, untersucht das Projekt Vorstellungen von Moderität als auch Konstruktionen und Herausforderungen von "Rasse" und Kultur, von sozialer Ungleichheit und von Gender.

Methodologisch ist das Projekt im Bereich der politischen Theorie und Sozialtheorie angesiedelt. Es stützt sich besonders auf postkoloniale Theorien und ist darauf angelegt, Wege zu finden, wie postkoloniale Studien uns helfen können, die Komplexitäten, Herausforderungen und Möglichkeiten globaler Kooperation zu verstehen. Außerdem benutzt dieses Projekt auch andere Quellen die sich mit den Nachwirkungen des europäischen Kolonialismus und westlichen Imperialismus befassen, wie Studien und Analysen im Bereich Geschichte, Soziologie, Gender Studies und Anthropologie, oder wie die Forderungen ausgewählter sozialer und politischer Bewegungen, die sich für soziale Gerechtigkeit und Gleichheit einsetzen.

Fellowship

Dezember 2016 – September 2017