Forschung

Agenda 2018–2024

Das Centre for Global Cooperation Research an der Universität Duisburg-Essen ist eines von zehn Käte Hamburger Kollegs, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert werden. Das 2012 gegründete Institut versteht sich als eine interdisziplinär arbeitende, internationale Lerngemeinschaft mit dem Ziel, zu einem besseren Verständnis der Möglichkeiten und Hindernisse grenzüberschreitender Kooperation beizutragen und neue Möglichkeiten globaler Politikgestaltung zu erkunden.

Überblick: Forschungsagenda 2018–2024

In den nächsten Jahren wird unsere Forschung und werden die Gastwissenschaftler des Kollegs sind auf vier breite Themenfelder konzentrieren, die in zwei aufeinander folgenden Phasen erforscht werden sollen.

Im Zeitraum 2018 bis 2021 konzentrieren wir uns auf

  • Pfade und Mechanismen globaler Kooperation
  • Globale Kooperation und polyzentrische Governance


Von 2022 bis 2024 werden zwei weitere Themenfelder in den Fokus rücken:

  • Kritik, Rechtfertigung und Legitimität in der globalen Kooperation
  • Globale Kooperation im Kontext pluraler Weltordnungskonzepte


Die empirische Erforschung dieser Themen soll sich als Analyse und Vergleich von vier Politikfeldern gestalten, in denen globale Kooperation dringend wünschenswert aber schwer zu erreichen ist:

  • Klimawandel
  • Peacebuilding
  • Digitale Räume
  • Flucht und Migration

Pfade und Mechanismen
globaler Kooperation
(2018–2020)

Dieses Thema soll ein dynamisches Verständnis globaler Kooperation ermöglichen. Indem sowohl erfolgreiche Beispiele globaler Kooperation als auch Fälle ihres Scheiterns untersucht werden – und indem ermittelt wird, inwiefern solche Erfahrungen ihrerseits eine fortgesetzte Kooperation fördern oder hemmen – streben wir eine besseres Verständnis derjenigen Faktoren an, durch welche die Trajektorien globaler Kooperation im Zeitverlauf geprägt werden. Longitudinale Studien werden Kooperationsprozesse über Raum, Zeit und Größenverhältnisse hinweg vergleichen und auch die dynamische Interaktion zwischen öffentlichen, privaten und zivilgesellschaftlichen Akteuren in diesen Prozessen, um etwas über die mögliche Dauerhaftigkeit, Umkehrbarkeit, Linearität oder Veränderbarkeit globaler Governance-Arrangements zu erfahren.
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Globale Kooperation und polyzentrische Governance
(2018–2020)

In diesem Themenfeld  werden die Auswirkungen internationaler Komplexität auf globale Kooperation untersucht. Die Governance globaler Herausforderungen versammelt zunehmend eine Fülle öffentlicher, privater und zivilgesellschaftlicher Akteure zahlreicher Sektoren und Größenordnungen. In einer solchen Situation muss sich globale Kooperation über zahlreiche institutionelle Settings hinweg entwickeln, die oft nur lose verbunden sind. Eine vergleichende Kartierung komplexer polyzentrischer Governance-Arrangements über die einzelnen Politikfelder hinweg erweist sich als wichtig um beurteilen zu können, ob die mögliche Flexibilität, Kreativität, Anpassungsfähigkeit und auch Ansprechbarkeit (Responsivität) solcher Arrangements die Herausforderungen aufwiegen können, die durch die notwendige Regelung ihrer Koordination, Compliance und entsprechender Verantwortlichkeiten gegeben sind. Weiterlesen

Kritik, Rechtfertigung und Legitimität
globaler Kooperation
(2021–2024)

Legitimität  - und ihre Herausforderung – beschreibt eine wesentliche Frage globaler Kooperation. Legitimität bedeutet die Zuschreibung von rechtmäßiger Autorität, Regierungsgewalt mithin, die in den Augen der Völker angemessen ausgeübt wird. Wir betrachten Legitimität aus einer normativen Perspektive, d.h. gebunden an ein moralisches Urteil, und soziologisch, im Sinne beobachtbaren politischen Verhaltens.  Die wichtigsten Fragen sind hier: Ob, warum, durch welche Prozesse und mit welchen Konsequenzen zeigen Architekturen für globale Kooperation einen Mangel an Legitimität. Wir werden diese Fragen mit Gastwissenschaftler*innen verschiedener akademischer Disziplinen, theoretischer Orientierungen und Weltregionen  erforschen.

Globale Kooperation und konkurrierende Weltordnungs-vorstellungen
(2021–2024)

Wie globale Kooperation sich entwickelt kann, wenn die Akteure unterschiedliche und manchmal gegensätzliche Konzepte von Weltordnung vertreten, ist eine entscheidende Frage globaler Kooperationsforschung. Das Ziel in diesem Themenfeld ist es, verschiedene Konzeptionen existierender, im Entstehen begriffener oder vorgestellter Weltordnungen zu kartieren, um einen Fundus an Ideen zu erforschen, auf dem sie aufbauen, und schließlich die Rolle unterschiedlicher Akteure, die Medien eingeschlossen, zu untersuchen, die diese Anschauungen verbreiten. Studien werden öffentliche Debatten und Narrative über verschiedene Weltregionen hinweg, in politischen und ökonomischen Eliten und der breiten Öffentlichkeit analysieren, um ein besseres Verständnis dafür zu bekommen, wie sich die verschiedenen und oft umstrittenen Weltordnungskonzepte auf globale Kooperation auswirken.

Politikfelder

Die empirische Forschung am Kolleg hat sich vorgenommen, vier Politikfelder zu analysieren und zu vergleichen, in denen globale Kooperation wohl als dringlich empfunden wird, aber schwer erreichbar scheint:

  • Klimawandel
  • Peacebuilding
  • Digitale Räume
  • Flucht und Migration