Visuality and World Politics

Frank Gadinger mit (unter anderem) Gabi Schlag (Universität Tübingen) und Axel Heck (Universität Kiel)

Dieses Projekt zielt darauf ab, einen Beitrag zu den jüngsten Debatten über den visuellen Wandel in der Weltpolitik zu leisten. Ein erstes spezifisches Forschungsprojekt analysiert die Rolle von Konzeptkünstlern und Fotografen bei der Bewältigung des unsichtbaren globalen Krieges gegen den Terror als verborgene Form des globalen Überwachungsregimes. Es wird argumentiert, dass das kritische und kreative Schaffen von Künstlern die Möglichkeit bietet, sich die eigene Stimme zurückzuholen und emanzipatorische Kraft offenbart. Dies zeigt eine auto-ethnographische und interpretative Analyse der Kunstausstellung "Terror Incognitus" (Mannheim 2017) des Konzeptkünstlers Edmund Clark. Bilder von verlassenen Orten des Kriegs gegen den Terror aktivieren die Phantasie der Zuschauer und mobilisieren das unbehagliche Gefühl, ein stummer Zeuge in einer unmenschlichen politischen Operation zu sein. Darüber hinaus unterstreicht das Konzeptkunstprojekt "Negative Publicity" als wesentlicher Bestandteil der Ausstellung, in dem Clark mit dem Journalisten Crofton Black zusammenarbeitet, ein zusätzliches Element seiner visuellen Strategie der Kritik im Sinne der Akteur-Netzwerk-Theorie. Indem sie Fotos, Dokumente und andere Artefakte in einem rätselhaften Netzwerk zusammenstellen, zeigen sie, dass diese Aktivitäten wie "außergewöhnliche Wiedergaben" nicht verborgen sind, sondern im Blickfeld operieren. Die Undurchsichtigkeit von Bildern in unauffälligen Straßen, Fassaden, Landschaften, Einrichtungsgegenständen und Kostenberichten offenbart die banale Komplizenschaft des heutigen globalen Krieges gegen den Terror um uns herum.

Stichworte Visualität, Bilder, Kunst und Fotografie, Film, Kritik, Globale Überwachung, Krieg gegen den Terror

Weiterführende Publikationen

Gadinger, Frank (2018): "Was auch immer nötig ist": 24 und die Normalisierung des Ausnahmezustandes, in: Niko Switek (Hrsg.): Politik in Fernsehserien, Bielefeld: Transkript, 297-317. [Kostenloser PDF-Download auf der Website des Verlages].

Gadinger, Frank (2016): Erzählender Krieg: Menschliche Verformung in'The Hurt Locker', in: Frank Gadinger, Martina Kopf, Aysem Mert und Christopher Smith (Hrsg.) (2016): Politisches Geschichtenerzählen: Vom Fakt zur Fiktion, Globale Dialoge 12, Duisburg: Käte Hamburger Kolleg/Centre for Global Cooperation Research (KHK/GCR21), 70-80.