Prospective Migration Policy – Scenario Building on Relations Between West Africa and Europe

Markus Böckenförde und Elisabeth Braune (eds.)

Zweisprachige Ausgabe: Englisch, Französisch
Global Dialogues 15, Duisburg 2018

DOI: 10.14282 / 2198-0403-GD-15

Abstract

Migration zwischen Westafrika und Europa ist in den vergangenen Jahren in beiden Regionen zu einem zentralen Thema der politischen Debatte geworden. Spätestens seit dem Valetta-Gipfel im November 2015 und dem Afrikajahr 2017 in Deutschland hatte sich Europa auf bilaterale Konzepte mit einzelnen afrikanischen Ländern konzentriert, die in erster Linie darauf ausgerichtet waren, die Zahl der Migranten kurzfristig zu senken. Dabei ist eine allgemeine Zurückhaltung beobachtbar, in eine intensive Diskussion der zugrundeliegenden strukturellen Herausforderungen für eine vorausschauende und kohärente Migrationspolitik einzusteigen oder die Interessen des Afrikanischen Standpunkts zur Kenntnis zu nehmen. Insbesondere im Zusammenhang des EU-AU-Gipfels in Abidjan Ende November 2017 hat dies Irritationen hervorgerufen, umso mehr als die afrikanischen Teilnehmer auf der Implementierung seit langem vereinbarter Regularien zur Migration und Mobilität bestehen, also innerhalb des Rahmenwerks der Gemeinsamen Afrikanisch-Europäischen Strategie (JAES) und des letzten EU-Africa Gipfels in Brüssel 2014.

Die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) und das Käte Hamburger Kolleg / Centre for Global Cooperation Research (KHK/GCR21) der Universität Duisburg-Essen haben für die Migrationsströme zwischen Westafrika und Europa Szenarien entwickelt mit dem Ziel die weitergehende wissenschaftliche Beschäftigung auf diesem Gebiet anzuregen und zugleich einen konstruktiven Beitrag zur politischen Debatte zu leisten und mögliche Ansätze für eine vorausschauende und für beide Seiten förderliche Migrationspolitik zu skizzieren. Auf drei Workshops, die zwischen Juni und November in Berlin, Dakar und Brüssel veranstaltet wurden, habe etwa 30 westafrikanische und europäische Experten Szenarien nach der Shell-Methode entwickelt.

Das Buch fasst die Ergebnisse dieser drei Begegnungen zusammen. Die gemeinsam entwickelten  Szenarien werden ergänzt durch kurze Beiträge einiger Teilnehmer, die in ganz unterschiedlicher Weise individuelle Erfahrungen und Eindrücken beitragen. Die Autorinnen und Autoren schildern hier ihre persönliche Sicht. die nicht in jedem Fall mit derjenigen ihrer Insitutionen, der FES oder des KHK übereinstimmen müssen.

Am 20 November wurden die Szenarien während einer Veranstaltung im Europäischen Parlament vorgestellt. Kurz darauf wurden sie im Vorfeld des EU-Afrika-Gipfels in Abidjan ebenfalls vorgestellt. Weitere Diskussionen und Briefings zu diesen Szenarien sind auch im Jahr 2018 geplant, in Deutschland wie auch in weiteren europäischen und afrikanischen Ländern.

(aus dem Editorial)

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