Briefing: Migration, Utopia, City

Stichworte: Vielfalt, Ungleichheit, Segregation, Flucht, Asyl, Entwicklung, Interkultur, urbane Netzwerke, Integration, Stadtteilarbeit, Stadt als politischer Akteur, Utopie, Mobilität, Migration, Wirtschaftsbeziehungen

Ohne Migration keine Stadt. Es gehört zu den Paradoxien des Themas, dass Migration mit den urbanen Utopien ebenso zu tun hat wie mit den gefühlten Bedrohungen einer heilen Welt, mit urbanen Albträumen, die wohl ähnlich alt sind. Die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts schuf einen historisch neuen Siedlungstyp, der durch Migration geprägt ist. Globale Migration, wie wir sie seit den 90er Jahren erleben, wird insbesondere aufgrund ihrer Diversität zu einer grundlegend neuen Herausforderung. Das globale Wachstum urbaner Zentren entsteht durch Migration. Heute leben 55% der Weltbevölkerung in Städten, 2050 werden es 68% sein. Binnenmigration (Landflucht) übetrifft in der Regel grenzüberschreitende Migration (232 Mio. vs. 740 Mio. UN/UNEP 2009/2013). Migration "von außen" ist aufgrund von Diversitätszuwachs mit größeren Herausforderungen verbunden, aber auch mit größeren Chancen für Wachstum und Innovation.