Cultural Bias in the Perception of Foreign-Policy Events

Felix S. Bethke

Global Cooperation Research Papers 14, Duisburg 2016

Stichwörter: Cultural bias, international cooperation, international conflict, foreign policy, event perception

DOI: 10.14282/2198-0411-GCRP-14

Abstract

Kulturelle Befangenheit bedeutet, dass Individuen ein Phänomen oder Ereignis gemäß ihren eigenen kulturellen Werten beurteilen und interpretieren. Dasselbe Ereignis kann von Personen mit unterschiedlicher kultureller Prägung anders wahrgenommen werden. Diese Studie analysiert systematisch ob kulturelle Unterschiede die Wahrnehmung außenpolitischer Ereignisse beeinflussen. Mittels experimenteller Online-Befragung von chinesischen und US-amerikanischen Außenpolitik-Experten, wurden vier Politikbereiche untersucht: Wirtschaftssanktionen; Grenzverletzungen; Entwicklungshilfe; und Handelsabkommen. Die Ergebnisse zeigen, dass chinesische und US-amerikanische Experten in der Klassifizierung von außenpolitischen Ereignissen als kooperativ, neutral oder konflikthaft weitestgehend übereinstimmen. Hinsichtlich spezifischer außenpolitischer Szenarien ist das Bild jedoch differenzierter. Im Falle von Wirtschaftssanktionen und Grenzverletzungen wurde ebenfalls interkulturelle Übereinstimmung hinsichtlich des Konfliktgrads dieser Ereignisse festgestellt. Darüber hinaus spielt kollektives Selbstbewusstsein, d.h. ob ein Szenario in abstrakten oder länderspezifischen Begriffen beschrieben wird, keine Rolle bei der Wahrnehmung dieser Ereignisse. Allerdings wurden signifikante Unterschiede in den chinesischen und US-amerikanischen Wahrnehmungen der Kontextfaktoren Konditionalität von Entwicklungshilfe und Durchsetzungsklauseln in Handelsabkommen festgestellt. Insgesamt deuten die Ergebnisse der Studie darauf hin, dass Kultur zwar selten die allgemeine Wahrnehmung außenpolitischer Ereignisse beeinflusst, jedoch die Wahrnehmung von komplexeren Konzepten wie Konditionalität und Durchsetzungsklauseln prägt, die den Kontext und die Bedeutung von Ereignissen strukturieren.

Der Autor

Felix S. Bethke ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Internationale Beziehungen und Entwicklungspolitik der Universität Duisburg-Essen. Zuvor war er Postdoc Fellow am Käte Hamburger Kolleg / Centre for Global Cooperation Research. Seine Forschungsschwerpunkte sind Afrika-Politik, Friedens- und Konfliktforschung; Konfliktforschung, Außenpolitik und Wissenschaftssoziologie. Seine Arbeiten wurden veröffentlicht im Journal of Comparative Governance and Politics, Journal of International Relations and Development und Journal of Peace Economics, Peace Science and Public Policy

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