From the Global to the Everyday: Anti-Globalization Metaphors in Trump’s and Salvini’s Political Language

Katja Freistein, Frank Gadinger, Christine Unrau

Global Cooperation Research Papers 24, Duisburg 2020

Stichwörter: Metaphors, Populist Storytelling, Narrative Analysis, (Anti-)Globalization, Migration

DOI: 10.14282/2198-0411-GCRP-24

Abstract

In diesem Papier stellen wir die Frage, wie genau Rechtspopulisten die Antiglobalisierung ansprechend machen. Wir folgen dem wachsenden Interesse an den ambivalenten Merkmalen der populistischen Sprache und der Performances, indem wir einen methodischen Rahmen um Erzählungen, Metaphern und Emotionen vorschlagen. Wir argumentieren, dass Rechtspopulisten abstrakte Phänomene der Globalisierung geschickt präsentieren und sie auf individuelle Erfahrungen "normaler Menschen" übertragen. Metaphern spielen beim populistischen Geschichtenerzählen eine entscheidende Rolle, da sie eine komplexe Realität durch Bilder verständlich machen. Sie mobilisieren kollektive Emotionen und erreichen durch ein hohes Maß an sprachlicher Anpassungsfähigkeit und normativer Mehrdeutigkeit ein breiteres Publikum. Wir demonstrieren diese narrativen Operationen anhand zweier neuerer Fälle "erfolgreicher" rechtspopulistischer, globalisierungskritischer Erzählungen, die auf starken Metaphern aufbauen. Die eine ist die Metapher des "Hauses", die der ehemalige italienische Vize-Premierminister und Innenminister Matteo Salvini verwendet hat, und die andere ist die Metapher des US-Präsidenten Donald Trump für "Die Mauer". Wir argumentieren, dass diese Metaphern benutzt werden, um eine Innen/Außen-Unterscheidung zu schaffen, die Bedrohungen nach außen verlagert, welche möglicherweise intern (z.B. Drogenkonsum) für ein Gemeinwesen sind (z.B. externer Drogenmissbrauch oder organisierte Kriminalität), aber durch den Gebrauch von Metaphern der Globalisierung angelastet werden können, Darüber hinaus können Metaphern dazu benutzt werden, eine Krise zu konstruieren, was es Populisten wiederum ermöglicht, die Retterrolle eines energischen Helden zu übernehmen, der allein in der Lage ist, die vermeintliche Krise zu lösen.