Publikationen

Weitere Publikationen

Um einen dauerhaften Dialog mit der wissenschaftlichen Gemeinschaft zu fördern, werden an dieser Stelle Veröffentlichungen von Fellows sowie MitarbeiterInnen des Kollegs, die im thematischen Zusammenhang ihrer Forschungsschwerpunkte stehen, kontinuierlich vorgestellt. Diese Rubrik listet fortlaufend neue Veröffentlichungen und verweist auf den jeweiligen Publikationsort unabhängig davon, ob dieser frei zugänglich ist.

Muslime an deutschen Hochschulen — Religiöse Kompetenz stärkt Vielfalt und Internationalisierung

Muslime bilden in Deutschland die größte nicht-christliche Religionsgemeinschaft. Auch an Universitäten wächst durch Zuwanderung und den Bildungsaufstieg der Kinder von Gastarbeitergenerationen der Anteil muslimischer Studierender, was Universitäten vor eine neue hochschulpolitische Herausforderung stellt. Wie verhalten sich die weltanschauliche Neutralität und Vorbildfunktion der Universitäten zur Religionsfreiheit und dem Gebot der Nichtdiskriminierung? Wie soll mit den religiösen Bedürfnissen muslimischer Studierender und Universitätsangehöriger aus dem In- und Ausland umgegangen werden?

Vor diesem Hintergrund widmet sich das neue duz Special der religiösen Kompetenz als eine neue hochschulpolitische Herausforderung und stellt die Ergebnisse einer Studie vor, die am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) durchgeführt und vom Käte Hamburger Kolleg/Centre for Global Cooperation Research sowie der Stiftung Mercator gefördert wurde. Zu diesem Zweck wurden muslimische Studierende in Deutschland nach ihren Erfahrungen und Bedürfnissen befragt und ein bundesweiter Survey erstellt zur Frage, ob und wo an Hochschulen in Deutschland Orte für Religion und Spiritualität zu finden sind (und wie dies von verschiedenen Seiten bewertet wird). Schließlich wurden Interviews in Großbritannien und den USA durchgeführt, um möglicherweise Lernprozesse basierend auf anderen Erfahrungen anzustoßen. Die AutorInnen und zugleich Mitglieder des Projektteams, darunter auch Volker M. Heins, Leiter des Forschungsbereichs 2 des Kollegs und Projektverantwortlicher, stellen auf zwölf Seiten ihre zentralen Ergebnisse vor.

Altiner, Tugba, Heins, Volker M., Potempa, Christoph und Supik, Linda (2017): Muslime an deutschen Hochschulen. Religiöse Kompetenz stärkt Vielfalt und Internationalisierung, duz Special, DUZ Verlags- und Mediengesellschaft: Berlin.

Chinese Cultural Diplomacy in the European Context. Between Sophistication and Lack of Self-Confidence

Die chinesische Kulturdiplomatie war immer schon wesentlicher Bestandteil chinesischer Soft Power und chinesische Staatsbeamtete erkennen immer mehr den Mehrwert von Kulturdiplomatie insbesondere im europäischen Raum, da kulturelle und interkulturelle Konzepte immer auch eine starke symbolische Kraft besitzen. Dennoch erscheint die chinesische Kulturdiplomatie, insbesondere im Rahmen der Seidenstraßeninitiative im europäischen Kontext, als ein Patchwork aus Politikmaßnahmen, denen ein systematischer Rahmen fehlt. In ihrer jüngsten Veröffentlichung analysiert Alessandra Cappelletti, Joint Fellow des Kollegs und IN-EAST, Projekte, Akteure und Konzepte chinesischer Kulturdiplomatie, vor allem im Rahmen der Seidenstraßeninitiative. Um die chinesische Kulturdiplomatie in Europa zu verstehen, plädiert sie für eine Kombination von Realismus und Idealismus, da beide Ansätze den Charakter von Kulturdiplomatie einfangen: Einerseits den eines bloßen Machtinstruments, andererseits die tatsächliche Bereitschaft von Staaten, ihre Kultur nach außen hin zu tragen, um Wissen und verbesserte bilaterale Beziehungen zu fördern.

Cappelletti, Alessandra (2016): 'Chinese Cultural Diplomacy in the European Context. Between Sophistication and Lack of Self-Confidence', EU-China Observer #4.16: 9–13.

Is cross-border cooperation underpinned by an ethical code of values?

Gibt es einen ethischen Wertekodex, der grenzüberschreitende Kooperation untermauert? In ihrem neu erschienene Artikel kritisiert Elisabetta Nadalutti, Alumni Fellow des Kollegs, dass BürgerInnen und Individuen in ihrer wesentlichen Entwicklung bisher in der Erforschung grenzüberschreitender Räume vernachlässigt wurden. Dieser Studie liegt daher ein alternativer theoretischer Ansatz zur Analyse und Operationalisierung grenzüberschreitender Aktivitäten zugrunde, der Menschen als die zentralen Akteure in den Mittelpunkt rückt. Dabei dienen "Caritas in Veritate" von Papst Benedikt XVI und Amartya Sen's "Entwicklung als Freiheit" als Grundlage.

Nadalutti, Elisabetta (2016): 'Is Cross-Border Cooperation Underpinned by an Ethical Code of Values? A Theoretical Analysis', Regional & Federal Studies: 1–22.

Rechtssysteme in Westafrika

Die Rechtssysteme westafrikanischer Länder könnten – geprägt durch die jeweilige Kolonialgeschichte, kulturelle und religiöse Normen – unterschiedlicher nicht sein. Gleichzeitig wächst die Region unter dem Schirm der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) weiter zusammen und hat bereits eigene regionale Formen des Rechtswesens hervorgebracht. Dennoch stellen die jüngsten Rücktrittsankündigungen mehrerer afrikanischer Länder vom Internationalen Strafgerichtshof mehr denn je die Möglichkeit einer länderübergreifenden Gerichtsbarkeit in Frage.

Das Buch vergleicht die konstitutionellen Rechtsinstitutionen von 16 westafrikanischen Ländern und untersucht, inwieweit dennoch gegenseitige Lernprozesse auf regionaler Ebene möglich sind, um schließlich ein gemeinsames Westafrikanisches System zu gestalten. Zwei der Hauptautoren der frei verfügbaren Studie sind Markus Böckenförde, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Kollegs, und Babacar Kanté, Senior Fellow am Kolleg.

International IDEA and Hanns Seidel Stiftung (Hg.) (2016): Judicial Review Systems in West Africa. A Comparative Analysis.

Diaspora as Cultures of Cooperation

Wie konstruieren Gemeinschaften unterschiedliche Auffassungen von "Heimat" und "Zugehörigkeit"? Wie beeinflusst die Gegenwart einer Diaspora die Beziehung zwischen "Heim"- und "Gastländern"? Und welche Rolle kommt Diasporas schließlich in Bezug auf globale Kooperation zu? Das Buch von David Carment und Ariane Sadjed, beide ehemalige Fellows am Kolleg, untersucht die dynamischen Prozesse, wie Gemeinschaften ebendiese Vorstellungen von Heimat und Zugehörigkeit erschaffen. Indem der Fokus auf die Handlungsmacht von Diasporas anstatt auf die (erzwungene oder freiwillige) Zerstreuung und einem andauernden Sehnsuchtsgefühl nach dem Herkunftsland gelegt wird, wird außerdem die Beziehung zwischen Heim- und Gastländern und der Einfluss von Diasporas auf diese in den Blick genommen. Der Kern des Buches ist die Rolle, die Diasporas hinsichtlich dem Gelingen als auch Scheitern globaler Kooperation spielen. Hierdurch werden interdisziplinäre Brücken geschlagen zwischen Diaspora Studies und den Internationalen Beziehungen, und ebenso SozialwissenschaftlerInnen, MigrationsforscherInnen, AnthropoligInnen als auch politische EntscheidungsträgerInnen angesprochen.

Die Rolle von Diasporas war auch einer der Forschungsschwerpunkte des Kollegs im Jahr 2015 und fand unter anderem Ausdruck in einem Workshop und einer Käte Hamburger Lecture zu diesem Thema, die von den beiden AutorInnen des Buches initiiert wurden.

Carment, David und Sadjed, Ariane (Hrsg.) (2016): Diaspora as Cultures of Cooperation. Global and Local Perspectives, Wiesbaden: Springer VS.

Homophobie als transnationales Problem

Obwohl Homophobie heute in vielen Demokratien als Menschenrechtsverletzung verurteilt und bekämpft wird, lässt sich dennoch eine Zunahme homophober Haltungen und Handlungen in vielen Weltteilen sowie in kulturellen, religiösen und politischen Bewegungen und Institutionen beobachten. Hassreden von islamistischen Fundamentalisten oder Rechtspopulisten, die Verfolgung von lesbischen und schwulen Menschen in vielen Ländern, aber auch Proteste gegen die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe in Deutschland oder anti-homosexuelle Gesetzgebungen in einigen US-Bundesstaaten sind nur einige wenige Beispiele für einee wachsende, transnationale Homophobie. In diesem Kontext werden Genderidentitäten und sexuelle Orientierung zu zentralen Ankerpunkten kollektiver Identitäten – entweder als ausgrenzende und andere negierende Kategorie, oder aber als Artikulation von Menschenrechten und einem neuen Freiheitsbegriff.

Diese Ausgabe von WestEnd widmet sich der gegenwärtigen Homophobie und ihrem Zusammenhang mit Religion, Migration und Rassismus in den aktuellen Debatte über Inter- und Transkulturalität. Teile des Inhalts der Vortragsreihe "Homophie im globalen Kontext", die 2014 gemeinsam vom Kolleg und dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) organisiert wurde, sind in die Ausgabe mit eingeflossen. Die vielbeachtete Reihe wurde von Andreas Langenohl und Volker M. Heins initiert. Volker M. Heins ist Leiter des Forschungsbereichs 2 des Kollegs und hat das Stichwort zur Ausgabe verfasst.

WestEnd 2016/02: Die Gegenwart der Homophobie, Neue Zeitschrift für Sozialforschung, Institut für Sozialforschung, Frankfurt am Main

Social image concerns promote cooperation more than altruistic punishment

Kooperation zwischen Menschen ist rätselhaft, denn als Organismen wird nach evolutionärer und ökonomischer Theorie erwartet, dass wir in erster Linie in unserem eigenen Interesse handeln. Kooperation jedoch erfordert Ressourcen für den gegenseitigen Nutzen zu opfern. Gianluca Grimalda und seine Kollegen führten eine Reihe neuartiger Experimente in einer Gesellschaft von Sammlern und Jägern durch, in der soziale Institutionen die Untersuchung vom sozialen Image und von Bestrafung besonders deutlich machen. Die Teilnehmer spielten einfache Kooperationsspiele, bei denen sie Nicht-Kooperierende bestrafen, ein positives soziales Image fördern oder beides in Kombination tun konnten. Die Studie zeigt, dass obwohl alle diese Mechanismen die Kooperation über das Ausgangslevel erhöhen, nur dann, wenn das eigene soziale Bild allein auf dem Spiel steht, die durchschnittlichen wirtschaftlichen Gewinne über dem Ausgangswert deutlich ansteigen. Bestrafung, entweder allein oder kombiniert mit der Imagepflege, führen zu niedrigeren Gewinnen. Der individuelle Wunsch, ein positives soziales Image zu etablieren, ist somit ein entscheidenderer Faktor als Bestrafung, um menschliche Zusammenarbeit zu fördern.

Gianluca Grimalda, Andreas Pondorfer & David P. Tracer (2016). 'Social Image Concerns Promote Cooperation More than Altruistic Punishment', Nature Communications, DOI: 10.1038/NCOMMS12288. 

Transdisziplinäre und transkulturelle Perspektiven zu globaler Kooperationsforschung

Wie "funktioniert" Kooperation? Was sind die Voraussetzungen für das erfolgreiche Zusammenwirken von Staaten, internationalen Organisationen und privaten Akteuren zur Bewältigung globaler Herausforderungen? Diese Fragen bilden den Ausgangspunkt für die UNIKATE 47. Die Herausgeber Tobias Debiel und Patricia Rinck sowie weitere Autoren, unter anderem Dirk Messner, Noemi Gal-Or oder David Chandler, möchten Einblicke in die aktuelle Forschung und Debatten am Käte Hamburger Kolleg / Centre for Global Cooperation Research der Universität Duisburg-Essen geben.

Debiel, Tobias und Rinck, Patricia (Hg.) (2015): Globale Kooperationsforschung – Transdisziplinäre und transkulturelle Perspektiven, UNIKATE 47, Duisburg: Universität Duisburg-Essen.

Nadja Krupke, Research Assistant im Forschungsbereich 1Nadja Krupke, M.A.

New Media Technologies as Instruments for Political Participation and Democratisation in Developing Countries

Innerhalb der letzten 15 bis 20 Jahre haben sich die Internetstruktur, Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sowie die Nutzung sozialer Medien auf dem afrikanischen Kontinent rasant verändert. Insbesondere soziale Medien dienen als Instrument politischer Kommunikation. Eine solche "elektronische Demokratie" kann, mit Blick auf ihr Potenzial politische Partizipation, Information und Demokratisierung zu fördern, große Vorteile für die afrikanische Politik beinhalten. Gleichzeitig birgt sie aber auch Risiken. In ihrer emprisichen Einzelfallstudie untersucht Nadja Krupke, Research Assistant im Forschungsbereich 1 des Kollegs,  inwieweit das Internet als auch soziale Medien die politische Partizipation während der Wahlen in Südafrika und Simbabwe gefördert haben und wie die Nutzung von Medientechnologien die Chance zu demokratischen Reformen in Entwicklungsländern generell erhöhen kann. 

Krupke, Nadja (2015): New Media Technologies as Instruments for Political Participation and Democratisation in Developing Countries—A Comparison of the Media Usage in South Africa During the Elections in 2014 and in Zimbabwe During the Elections in 2013, Master-Thesis, Bochum: Ruhr Universität Bochum / Konrad-Adenauer-Stiftung.

Progressive Politik in pragmatischen Zeiten: Politische Narrative gesellschaftlichen Wandels

Am 15. Juli 2015 hat die Forschungsgruppe "Politische Narrative", welcher auch Frank Gadinger, Leiter des Forschungsbereichs 4, angehört ihre Studie "Progressive Politik in pragmatischen Zeiten: Politische Narrative gesellschaftlichen Wandels" im Berliner tazcafe vorgestellt. Die Studie ist in Form eines Werksberichts des Think-Tanks 'denkwerk demokratie' erschienen und behandelt die sprachliche Verfasstheit aktueller politischer Veränderungsprozesse. Dabei wird eine weiterentwickelte Form der Diskursanalyse angewandt, welche die pragmatisch-alltagspolitische Dimension der Analyse schärft. Anhand der unterschiedlichsten Referenzen werden die "Narrative der Veränderung" in den Themenbereichen Lebensführung und Arbeit, die Stadt der Zukunft, Vielfalt selbstbestimmter Lebensformen, das Netz und der neuen Überschaubarkeit untersucht und dargestellt. Dabei werden verbreitete Metaphoriken des Wandels wie der "Ausstieg aus dem Hamsterrad" oder dem "Dorf" als Metapher für neue Gemeinschaften und eine neue Überschaubarkeit der eigenen Lebensverhältnisse herausgearbeitet. Der progressiv-postideologische Pragmatismus, welcher sich in diesen Bildern niederschlägt ist weit entfernt von postdemokratischer Apathie oder einem Neo-Biedermeier, sondern ein häufig lokales, inkrementelles Phänomen der kreativen Gegenentwürfe und bottom-up Mitgestaltung. Die Studie ist frei zugänglich.

Progressive Politik in pragmatischen Zeiten: Politische Narrative gesellschaftlichen Wandels

Gadinger, Frank/Jarzebski, Sebastian/Yildiz, Taylan (2015): Progressive Politik in pragmatischen Zeiten: Politische Narrative gesellschaftlichen Wandels. Werkbericht Nr. 6. Denkwerk Demokratie. 

Dr. Frank Gadinger

The Play of International Practice

Die zentralen Anliegen des ausgerufenen ‚Practice Turns‘ im Feld der Internationalen Beziehungen sind alles andere als eindeutig. Welchen Mehrwert versprechen Praxistheorien gegenüber bestehenden Forschungsansätzen? Wie verändert ein Fokus auf Praktiken als zentraler Untersuchungseinheit die gegenwärtige Forschungsagenda? Wie lassen sich internationale Praktiken, beispielsweise von Diplomaten, Piraten oder Umweltaktivisten, angemessen studieren? Der neu erschienene Aufsatz von Frank Gadinger, Leiter des Forschungsbereichs 4 am Kolleg, und Christian Bueger befasst sich mit diesen Fragen. Die Autoren argumentieren, dass Praxistheorien zwar eine heterogene Familie bilden, jedoch eine Reihe von Kernannahmen teilen. Um die Möglichkeiten eines solchen Forschungsprogramms auszuschöpfen, wäre es sinnvoll, den bisherigen machttheoretischen Fokus auf Reproduktion und Hierarchien zu erweitern. Praxistheoretische Ansätze, die im Pragmatismus verwurzelt sind, betonen stärker die Kontingenz und Wandlungsfähigkeit von Praktiken und erhöhen dadurch die Erklärungskraft und empirische Anwendungsmöglichkeit.

Bueger, Christian / Gadinger, Frank (2015): The Play of International Practice, in: International Studies Quarterly, first published online 22 May. (open access)

Patricia Rinck, M.A.

Power Sharing and Democratic Peacebuilding in Post-Conflict Societies - The Case of Sierra Leone

In dieser Publikation untersucht Patricia Rinck, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kolleg, die Rolle von 'power sharing' innerhalb des Prozesses des demokratischen Peacebuildings in Post-Konflikt-Gesellschaften. Seit den 1990ern ist 'power sharing', vor allem in Sub-Sahara Afrika, eine gängige Praxis zur Beilegung gewaltätiger Konflikte geworden. Anschließend an eine theoretische Diskussion, folgt eine Fallstudie, welche die Effekte des Lomé Peace Agreements auf die Post-Konflikt Gesellschaft Sierra Leones untersucht. Durch die Auswertung 2013 geführter Interviews sowie die Analyse der Defizite des eigentlichen Abkommens und seiner Implementation, legt die Studie praktische Konsequenzen für das Design und die Implementation ähnlicher, zukünftiger 'power sharing'-Abkommen nahe.

Rinck, Patricia (2015): Power Sharing and Democratic Peacebuilding in Post-Conflict Societies: The Case of Sierra Leone, Schriftenreihe des Instituts für Politikwissenschaft der Universität Duisburg-Essen, Band 22, Tectum Verlag Marburg.

Mneesha Gellman, Ph.D.

Teaching silence in the schoolroom: whither national history in Sierra Leone and El Salvador?

Der Artikel ist während Mneesha Gellman's Fellowship am Kolleg entstanden und wurde im Januar 2015 in Third World Quarterly Vol. 36 (1) veröffentlicht. Aufbauend auf ihrer Feldarbeit in Sierra Leone und El Salvador thematisiert der Artikel die Rolle der verschiedenen Kulturen des Schweigens und des Erinnerns an die Bürgerkriege, dabei werden besonders die jeweiligen Auswirkungen auf den Prozess der Formung einer Nachkriegsbürgerschaft untersucht.

Gellman, Mneesha (2015): Teaching silence in the schoolroom: whither national history in Sierra Leone and El Salvador?, in: Third World Quarterly Volume 36, Issue 1.

Prof. David Carment, Ph.D.

CIFP 2014 Fragility Report

Im Rahmen des CIFP Konfliktrisiko-Projekts der Carleton University, welches von unserem Senior Fellow David Carment geleitet wird, wurde der aktuelle State Fragility Report veröffentlicht, dabei liegt die besondere Aufmerksamkeit der Ausgabe auf den Regionen des Mittleren Ostens und Nordafrikas.

Assessing State Fragility, With a Focus on the Middle East and North Africa Region: A 2014 Country  Indicators for Foreign Policy Report

Dr. Silke Weinlich

„Die Sterne stehen günstig“ – nun holt sie vom Himmel!

"Jetzt ist der Moment gekommen, da Regierungen eine universelle Agenda verankern müssen, die hochgesteckte Ziele in greifbare Politik verwandelt – zum Nutzen der ganzen Menschheit und des Planeten, den sie bevölkert." In der aktuellen Kolumne des Deutschen Institut für Entwicklungspolitik schreiben Steffen Bauer und Silke Weinlich über die Auftaktgespräche zu einer neuen universellen Agenda für nachhaltige Entwicklung.

Bauer, Steffen / Weinlich, Silke (2015): „Die Sterne stehen günstig“ – nun holt sie vom Himmel!, Die aktuelle Kolumne, 19.01.2015, Bonn: German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE).

Dr Ángela Suárez-Collado

The Project of Advanced Regionalisation in Morocco: Analysis of a Lampedusian Reform

'The Project of Advanced Regionalisation in Morocco: Analysis of a Lampedusian Reform' ist der Titel einer aktuellen Publikation von Postdoc Fellow Ángela Suárez-Collado und Raquel Ojeda García. Der Artikel ist Teil einer Sonderausgabe zu 'Continuity and change before and after the Arab uprisings in Morocco, Tunisia and Egypt' des British Journals of Middle Eastern Studies und kann über den unten stehenden Link kostenfrei abgerufen werden.

Ojeda García, Raquel / Suárez-Collado, Ángela (2014): The Project of Advanced Regionalisation in Morocco: Analysis of a Lampedusian Reform, in: British Journal of Middle Eastern Studies
Volume 42, Issue 1, 2015.

Aktuelle Publikation: International Practice Theory - New Perspectives

Praktiken sind zentrale Triebkräfte des alltäglichen Lebens, etwa bei der Arbeit, beim Einkaufen, beim Essen oder im Nahverkehr. Sie können als regulierende Muster im zwischenmenschlichen Miteinander interpretiert werden, die unseren täglichen Aktivitäten eine gewisse Ordnung und Regelmäßigkeit verleihen. Diese Prämisse einer Hinwendung zu Praktiken (practice turn) in den Geistes- und Sozialwissenschaften ist zwar keineswegs neu, jedoch hat im Feld der Internationalen Beziehungen eine intensivere Beschäftigung mit zugrunde liegenden Konzepten und Forschungsansätzen erst in jüngster Zeit stattgefunden. Doch was bedeutet es, wenn wir die erklärungsbedürftigen Dynamiken internationaler Politik primär durch einen Fokus auf Praktiken verstehen wollen?


Weiterlesen

Dr. Markus Böckenförde, LL.M.

Die Inzestdebatte - Lektionen in der Förderung von Menschenrechten?

Markus Böckenförde, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Kollegs und Senior Researcher, kommentiert im Rahmen der aktuellen Kolumne des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE) die aktuelle Inzestdebatte in Deutschland und deren möglichen Implikationen für die internationale Kooperation. Ausgelöst wurde die Debatte durch den Vorschlag des Deutschen Ethikrats einvernehmlichen Beischlaf zwischen erwachsenen Geschwistern zu entkriminalisieren. In der Kolumne argumentiert Markus Böckenförde dass die erhitzten Reaktionen auf den Vorschlag des Ethikrats den anhaltenden und mühsamen Prozess der Anpassung tiefverwurzelter, kultureller Werte an eine Kultur der Menschenrechte unterstreichen würden. Die Tatsache dies in unserem Heimatland zu erleben, könnte zu einer Sensibilisierung unserer Aktivitäten im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit führen.

Böckenförde, Markus (2014): Was die deutsche Entwicklungszusammenarbeit von der Inzestdebatte lernen kann, Die aktuelle Kolumne, 08.10.2014, Bonn: German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE).

Remembering violence: the role of apology and dialogue in Turkey's democratization process

Der Artikel "Remembering violence: the role of apology and dialogue in Turkey's democratization process" den unser Fellow Mneesha Gellman bereits vor einigen Jahren geschrieben hat, ist nun online umsonst zum Download verfügbar.

Gellmann, Mneesha (2012): Remembering violence: the role of apology and dialogue in Turkey's democratization process, in: Democratization Volume 20, Issue 4, 2013. 

Remembering violence: the role of apology and dialogue in Turkey's democratization process

Der Ban-Ki-moon-Klimagipfel von New York – Die Evolution geht weiter

Dirk Messner, Ko-Direktor des Kollegs und Direktor des Deutschen Instituts für Entwicklungsforschung / German Development Institute (DIE), schreibt in der Kolumne des DIE über den Klimagipfel der Vereinigten Nationen, welcher am 23. September 2014 in New York stattfand.  Trotz weiterhin steigender Emissionen sind die Perspektiven für Paris 2015 hoffnungsvoll, so gibt es sowohl auf multilateraler, als auch auf international ökonomischer Ebene, z.B. im Rahmen der „Divestment“ – Initiativen, richtungsweisende Ansätze zu verzeichnen. Es sind ebenfalls viele fragmenthafte, klimaverträgliche Dynamiken zu beobachten, welche eher bottom-up durch beispielsweise verschiedene Konzerne als topdown durch internationale Agreements entstehen; im Endeffekt jedoch die Wahrscheinlichkeit eines gegenseitig akzeptierten Klimaabkommens erhöhen. Ein weiterer Lichtblick war das Fehlen eines einheitlichen Blocks von Klimaskeptikern, Messner fasst dies damit zusammen dass die Klimaschutzbewegung die Deutungshoheit über die Zukunft der Weltwirtschaft gewonnen habe.

Von Prof. Dr. Dirk Messner, German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE), Käte Hamburger Kolleg / Centre for Global Cooperation Research

Die aktuelle Kolumne (DIE), 25.09.2014, Bonn

Sicherheit in Südostasien — Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 40–41/2014)

Claudia Derichs, Senior Fellow in Forschungsbereich 2, in einem Artikel über die Hegemonie des Narrativs des Nationalstaates in Südostasien. In ihrem Artikel beschreibt Derichs die Geschichte der Regionen welche heute unter "Südostasien" subsumiert werden, dessen Einwohner sich jedoch vor der Kolonialzeit häufig nicht als Nation definierten sondern über die Zugehörigkeit zu einem Clan, einem Beruf oder einer Sprache. Ungeachtet dessen gab es schon vorher staatsähnliche Gebilde und eine starke wirtschaftliche Vernetzung. Auch die verschiedenen Religionen spielten in manchen Ländern eine wichtige Rolle und waren eng mit Wirtschaft und Politik vernetzt. Aufgrund der verschiedenen existierenden Eigenheiten wird das Konzept des Nationalstaats wird den verschiedenen Regionen in ihrer Komplexität, Dynamik und ihren Eigenarten nicht gerecht.

Claudia Derichs: "Grundzüge der Geschichte Südostasiens", in: Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 40–41/2014)

Der Artikel ist online abrufbar auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung, dort steht außerdem die gesamte Ausgabe zum Download bereit.

Dr. Felix Bethke

The Democratic Dividend of Non-Violent Resistance

Postdoc Fellow Felix Bethke hat einen Artikel zu "The Democratic Dividend of Non-Violent Resistance" mitverfasst, welcher auf dem Bretterblog, einem Blog zu Perspektiven auf globale Politik, veröffentlicht wurde. Der Artikel bezieht sich auf das etwas umfangreichere Forschungspapier zu "Non-Violent Resistance and the Survival of Democratic Regimes", welches von Markus Bayer, Felix S. Bethke und Daniel Lambach geschrieben wurde. Beide Publikationen sind online umsonst zugänglich.

Bayer, Markus / Bethke, Felix S. / Lambach, Daniel (2014): The Democratic Dividend of Non-Violent Resistance; in: Bretterblog - Perspektiven auf globale Politik

Bayer, Markus / Bethke, Felix S. / Lambach, Daniel (2014): Non-Violent Resistance and the Survival of Democratic Regimes

Feedback loops in a world of complexity: a cybernetic approach at the interface of foreign policy analysis and international relations theory

Frank Gadinger, Leiter des Forschungsbereichs 4, und Alumni Fellow Dirk Peters haben vor kurzem einen Artikel über "Feedback loops in a world of complexity: a cybernetic approach at the interface of foreign policy analysis and international relations theory" veröffentlicht.

Gadinger, Frank / Peters, Dirk (2014): Feedback Loops in a World of Complexity: A Cybernetic Approach at the Interface of Foreign Policy Analysis and International Relations Theory, in: Cambridge Review of International Affairs.

Feedback Loops in a World of Complexity - A Cybernetic Approach at the Interface of Foreign Policy Analysis and International Relations Theory

The UN Secretariat's Influence on the Evolution of Peacekeeping

Eine viel beachtete Arbeit von Silke Weinlich, Leiterin des Forschungsbereichs "(Im)possibility of Cooperation", über die Effizienz von UN Peacekeeping-Maßnahmen ist erschienen. Im Buch wird die Rolle der UN Bürokratie innerhalb der Welt-Organisation untersucht, vor allem im Hinblick auf das weitreichenste Konfliktmanagment-Tool der UN, den Friedensmissionen

Weinlich, Silke (2014): The UN Secretariat's Influence on the Evolution of Peacekeeping, Palgrave Macmillan.

The UN Secretariat's Influence on the Evolution of Peacekeeping

Independent Vision Group fordert inklusive Globalisierung und warnt vor Wendung nach Innen

Auf die eigene, anspruchsvolle Agenda fokussiert, scheint Europa heute in Gefahr, den weiteren Horizont der globalen Entwicklung aus dem Blick zu verlieren. Stattdessen sollten die europäischen Bürger, ihre Länder und Politiker eine eigene, aktive Rolle spielen. Denn inklusives globales Handeln, nachhaltige Programme zu Umweltbedrohungen und eine koordinierte Sicherheitspolitik seien dringend denn je.

Das ist die Kernbotschaft des Berichts 'Re-shaping global development: Will Europe lead? An Argument and a Call to Actionder Independent Vision Group, der am 6. Mai 2014 veröffentlicht wurde. Die Gruppe unter Vorsitz von Baronin Margaret Jay aus Großbritannien besteht aus erfahrenen Führungskräften aus acht Ländern, unter Ihnen Dirk Messner, Co-Direktor des Käte Hamburger Kolleg / Centre for Global Cooperation Research (KHK/GCR21) und Direktor des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE).

“Global challenges such as climate change can only be tackled through global action”, argumentiert Dirk Messner. “Thus, we must not allow Europe to turn inwards. The new EU parliament and the EU Commission will have the responsibility and the opportunity to renew Europe's global citizenship and partnership”, erklärte Messner bei der Vorstellung des Berichts in Bonn.

Re-Shaping Global Development: Will Europe Lead? An Argument and a Call to Action

Globale Wende durch Energiewende-Club

Das IPCC (Weltklimarat) erachtet eine internationale Antwort auf den Klimawandel als besonders wichtig. Zusätzliche Kooperationsformen, wie Pionierclubs, werden gebraucht um neue Anstöße in die Verhandlung der Schadensbegrenzung des Klimawandels zu bringen, argumentieren Dirk Messner, Hans Joachim Schellnhuber und Jennifer Morgan.

Messner, Dirk / Morgan, Jennifer / Schellnhuber, Hans Joachim (2014): A Renewables Club to change the world, Die aktuelle Kolumne vom 28 April 2014, Bonn: German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE)

Die aktuelle Kolumne (DIE), 28. April 2014, Bonn

We Are in There Together with Germany: Observations by a Canadian

Senior Fellow Noemi Gal-Or beteiligt sich mit einer kanadischen Perspektive an der Debatte über die Zukunft der Deutschen Außenpolitik. Nachzulesen ist ihr Beitrag in der Current Columm des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik.

Von Prof. Noemi Gal-Or, Ph.D., LL.B., Käte Hamburger Kolleg / Centre for Global Cooperation Research

The Current Column (DIE), 21. Februar 2014, Bonn

BRICS — Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 50-51/2013)

Die aufstrebenden Länder Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika –'BRICS'– stehen im Mittelpunkt der aktuellen Ausgabe 'Aus Politik und Zeitgeschichte'. Die BRICS-Gruppe bildete sich 2001 (2010 kam Südafrika hinzu) als Forum, um gemeinsame Interessen zu artikulieren, da sie sich in den internationalen Institutionen nicht angemessen repräsentatiert fühlten.

Aus dem Kreis des Kollegs schrieben in dieser Ausgabe:

Siddharth Mallavarapu: BRICS: Hoffnung auf eine gerechte Weltordnung – Essay

Tobias Debiel / Herbert Wulf:  Indien's BRICS Politik: Unentschlossen im Club

Zugang/Download:

APuZ 'BRICS' (2 Dec 2013)

The empirical falsity of the human subject: new materialism, climate change and the shared critique of artifice

Jessica Schmidt's Artikel betritt die Problematik 'resilience' durch die Hintertür: das Interesse gilt im weiteren Sinne der erkenntnistheoretischen und politischen Umwandlungprozesse, welche zu grunde liegen und impliziert werden, wenn 'resilience' zu einem politschen Programm aufsteigt.

Schmidt, Jessica (2013): The empirical falsity of the human subject: new materialism, climate change and the shared critique of artifice, in: Resilience - International Policies, Practices and Discourses, Routledge.

Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 37/2013) 'Internationale Sicherheit

Die neue Ausgabe von »Aus Politik und Zeitgeschichte« widmet sich dem aktuell besonders drängenden Thema der Internationale Sicherheit. Auf Einladung dieses Leitmediums der Bundeszentrale für politische Bildung beleuchten sieben Gastwissenschaftler des Käte Hamburger Kollegs (KHK/GCR21) aus vier Kontinenten aktuelle Aspekte und Fallstricke zum Thema "Sicherheit und Kooperation". Die Essays geben auch Einblick in aktuelle Forschungsfragen am Kolleg.

M. Böckenförde · S. Mallavarapu · A. Jeng · H. Niemann · S. Brown · S. Van Beurden · H. Wulf · M. Thalwitz: "Sicherheit und Kooperation", in: Aus Politik und Zeitgeschichte (63 Jg.,  37/2013, 9. September 2013), 3-11

Zugang/Download APuZ "Internationale Sicherheit" (9. September 2013)

Beiträge der Gastwissenschaftler des KHK/GCR21:

Siddharth Mallavarapu: Schutzverantwortung als neues Machtinstrument?

Holger Niemann (INEF Duisburg): Sicherheitsrat der Vereinten Nationen – alles nur Rhetorik?

Abou Jeng: Internationale Ordnung - Suche nach Alternativen?

Stephen Brown: Aufarbeiten politischer Gewalt - Beispiel Kenia

Sarah van Beurden: Internationale Politik des kulturellen Eigentums

Herbert Wulf: Indien, China und die drei K

Margret Thalwitz: Hunger und globale Sicherheit

India's Aspirations in Global Politics. Competing Ideas and Amorphous Practices

Indien ist eine aufstrebende Macht und sowohl der Einfluss der Regierung als auch ihr Bestreben in der Weltpolitik eine größere Rolle zu spielen, sind in den letzten Jahren gewachsen. Die Wirtschaft hat ein beeindruckendes Wachstum erlebt, aber Indiens politische, soziale und wirtschaftliche Entwicklung ist weder kohärent noch glatt verlaufen. Der Forschungsbericht befasst sich mit den jüngsten weltpolitischen Bemühungen Indiens, mit der Geschichte der Außenpolitik Indiens, ihren Veränderungen und ideologischen Grundlagen: dem Idealismus, dem Realismus und der Geopolitik, dem Hindu-Nationalismus und der jetzt vorherrschenden Liberalisierung und Internationalisierung.

Von Prof. Dr. Herbert Wulf, Senior Expert Fellow am Käte Hamburger Kolleg / Centre for Global Cooperatione Research und Adjunct Senior Researcher am INEF

INEF-Report 107/2013 (en)
(Institut für Entwicklung und Frieden (INEF), Universität Duisburg-Essen, in Kooperation mit dem Käte Hamburger Kolleg / Centre for Global Cooperation Research)

Für ein anderes Europa der Regionen

Zur unumgänglichen Reform der Europäischen Union fehlen zwei große Bausteine: transformative Politik und demokratische Legitimität. Denn jedes Durchstarten zu einer europäischen Wirtschafts- und Finanzregierung erfordert unabdingbar die Zustimmung und Kontrolle durch einen europäischen Demos. Das heißt, die Lösung der europäischen Staatsschuldenkrise und die Rettung des Euro bedarf des Mitwissens und der Mitwirkung des Parlaments.

Von Prof. Dr. Claus Leggewie, Kulturwissenschaftliches Institut Essen – KWI, Käte Hamburger Kolleg / Centre for Global Cooperation Research 

Die aktuelle Kolumne (DIE), 17.09.2012, Bonn, Essen

Kooperation ist die Mutter aller Dinge: Was hindert uns, Globalisierungs- probleme zu lösen?

Die internationale Finanzmarktkrise hat die Grenzen nationaler Regulierungssysteme dramatisch deutlich gemacht. Doch gelingt es nicht einmal, eine handlungsfähige europäische Finanzmarktaufsicht zu schaffen. Die Welthandelsorganisation (WTO) macht seit über einer Dekade keine Fortschritte mehr. Für die globale Umweltpolitik sieht es nicht besser aus. Überfordert die Globalisierung die internationalen Organisationen, die Regierungen und uns Menschen systematisch?

Von Dr. Alejandro Guarín und Prof. Dr. Dirk Messner, Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE), und Dr. Silke Weinlich, Käte Hamburger Kolleg / Centre for Global Cooperation Research

Die aktuelle Kolumne (DIE), 04.06.2012, Bonn, Duisburg

Kooperation in der Weltgesellschaft – effektiv und legitim?

Der Bedarf an grenzüberschreitender und sogar globaler Kooperation wächst beständig. Wie kann es gelingen, dieses Weltregieren ohne Weltregierung effektiver zu gestalten? Wie können die verschiedenen Akteure so zusammenzuwirken, dass die grenzüberschreitenden Probleme nicht nur angesprochen, sondern auch gelöst werden?

Von Dr. Rainer Baumann und Prof. Dr. Tobias Debiel, Käte Hamburger Kolleg / Centre for Global Cooperation Research

Die aktuelle Kolumne (DIE), 23.04.2012, Bonn, Duisburg 

Kulturen der Kooperation

Die Welt steht am Anfang des 21. Jahrhunderts vor einer Art von Kooperationsparadox. Kooperationen gehen nach landläufiger Meinung individuelle und kollektive Akteure ein, die gemeinsame Ziele verfolgen. Die multipolare Welt ist sich über generelle Ziele wie Wirtschaftswachstum und Freihandel, Begrenzung des Klimawandels und des Artensterbens, Reform der Finanzmärkte und Beseitigung der Armut im Kern einig. Zeitdiagnostiker wie Francis Fukuyama haben deswegen die Rhetorik des Philosophen Hegel vom „Ende der Geschichte“ wiederbelebt.

Von Prof. Dr. Claus Leggewie, Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI)

Die aktuelle Kolumne 12.03.2012, Bonn, Essen