InHouse&Guests Workshop

Studying Micro-Practices in (International) Institutions: Chances and Limitations of Theory-Building

26.–27. November 2015

Im Rahmen dieses Workshops wurden multi-disziplinäre Instrumente, Ideen und Forschungspraktiken mit der Zielsetzung zusammengebracht, institutionelle Mikropraktiken zu untersuchen und über die Potentiale und Abstraktionsgrenzen ethnographischer oder linguistischer Beobachtungen zu reflektieren.
Was zeichnet internationale Institutionen aus? Aus welchem Stoff sind sie gemacht, wie operieren sie, und wie werden sie sozial konstruiert? Während sich verschiedene Disziplinen mit dieser Frage auseinandergesetzt haben und Theorien unterschiedlichster Reichweite bezüglich der sozialen Charakteristika und Funktionsweise internationaler Institutionen, Organisationen und ihrer Akteure anbieten, so sind dennoch einige dieser Theorien mit konzeptuellen Prämissen und Grundannahmen belastet, welche empirisch evident sein können, dies aber nicht immer sind. Insbesondere in den Internationalen Beziehungen werden internationale Institutionen vor allem auf Grundlage von Großtheorien erklärt, welche Annahmen über die globale Ordnung auf den institutionellen Rahmen internationaler Organisationen übertragen.

Was wäre jedoch, wenn wir versuchten die Weltordnung und internationale Institutionen aus einer Perspektive der Mikro-Analyse zu konzipieren? Können wir diese Makro-Ordnung sowohl als Produkt aus, als auch als endogenen Bestandteil von Mikro-Situationen theoretisieren? Und wie ist im Umkehrschluss die Reichweite von mikro-analytischen Beobachtungen und ethnographischen Ansätzen angesichts von Phänomenen, welche wir auf der Makro-Ebene situieren würden? Diese Fragen können – und sollten – aus einem interdisziplinären Blickwinkel gestellt werden. Ziel war es über die Chancen und Herausforderungen einer Theoriebildung auf der Grundlage von Mikro-Analyse zu reflektieren. Die Teilnehmer/innen brachten dazu ihre Annahmen und die theoretischen Heuristiken ihrer empirischen Forschungs- und theoretischen Arbeitspraxis ein.

Der Workshop wurde von Dr. Alejandro Esguerra, Dr. Katja Freistein und Dr. Stefan Groth organisiert.

Ort: Käte Hamburger Kolleg/Centre for Global Cooperation Research, Schifferstr. 44, Duisburg

Programm