Aktuelles aus dem Kolleg

Konferenz 'Counter-narratives to Regional Cooperation: Contesting European Union', 13.–14. Mai 2019

27.11.18 In einer Zeit, in der die transnationale und internationale Zusammenarbeit zunehmend aggressiver Kritik und offener Opposition ausgesetzt ist, wird sich diese Konferenz in Duisburg dem spezifischen Phänomen der Konternarrativen zur europäischen Integration widmen. Ein gemeinsamer Aufruf des Jean Monnet Centre of Excellence for the Study of a Transnational Europe (CESTE) in Porthmouth und des Käte Hamburger Kollegs /Centre for Global Cooperation Research (GCR21) lädt Forschende ein, Beiträge einzureichen, die sich strukturiert mit Akteuren und Narrativen befassen. Ziel ist es, die vergleichende Perspektive zu stärken und die Möglichkeiten einer späteren gemeinsamen Veröffentlichung zu eruieren. Organisiert wird die Konferenz von Wolfram Kaiser (University of Portsmouth) und Richard McMahon (University College London) in Zusammenarbeit mit dem Kolleg in Duisburg.

 

Brasilien, die Philippinen, Ungarn und die USA sind nur einige Beispiele, welche die verschärfte politische Polarisierung und wachsende internationale Spannungen demonstrieren. Intellektuelle und organisierte gesellschaftliche und politische Gruppen nutzen "Gemeinschaftsnarrative", um eine Vielzahl neuer oder erneuerter und verfeinerter antikosmopolitischer Narrative zu erschaffen. Ob ideologisch motiviert durch den rechtsextremen ethnozentrischen Nationalismus oder die Ablehnung der ökonomischen Globalisierung durch die Linke, sie trachten nach einem parteipolitischen Vorteil in der Innen- und Transnationalen Politik und versuchen, die internationalen Beziehungen zwischenstaatlicher und autarker zu gestalten. Demokratisch gewählte politische Führer haben solche Narrative gefördert und zu legitimieren versucht - von der nationalistischen Rhetorik und Ablehnung internationaler Verträge durch US-Präsident Donald Trump bis hin zu Victor Orbans Eintreten für die "illiberale Demokratie", einer zentralen Herausforderung für die normative Ordnung der Europäischen Union.

Als weltweit intensivstes Experiment der regionalen Integration ist die Europäische Union (als etwas, das mehr als und anders sein kann als die Europäische Union als regionale Organisation) ein Blitzableiter und Prüfstein für die aufstrebenden Gegner der regionalen Zusammenarbeit und des Globalismus.

Bitte reichen Sie Ihre Vorschläge bis zum 5. Januar 2019 bei beiden Organisatoren, Wolfram Kaiser (Wolfram.Kaiser@online.de) und Richard McMahon (rychumac@yahoo.com) ein. Die erfolgreichen Bewerber werden spätestens am 20. Januar 2019 benachrichtigt.